EU definiert 70%-Recyclingziel zur Förderung der Kreislaufwirtschaft

Neue EU-Vorschläge wollen Recyclingziele höher ansetzen, Arbeitsplätze in den „Green Industries“ schaffen und die Nahrungsverschwendung angehen, um die heutige lineare Wirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft umzuwandeln und um nachhaltiges Wachstum zu fördern.


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Erklärte Ziele: mehr Verpackungsrecycling (60% bis 2020, 70% bis 2025, 80% bis 2030). Ausserdem sollen per 2025 90% allen Papiers und 60% der Plastikverpackungen recycliert werden und ab 2030 80% aller Holzverpackungen. Ebenfalls ab 2030: 90% Recycling aller Verpackungen aus Eisen, Aluminium und Glas.

Gemäss den Vorschlägen wären recyklierbare Abfälle ab 2025 auf Deponien verboten (Plastik, Metall, Glas, Papier, Karton und biologisch abbaubare Abfälle). Eine Ausweitung auf alle sammelbaren Siedlungsabfälle ab 2030 wird erwartet.

Innerhalb der EU wird ab 2030 jedem Mitglied eine Ressourceneffizienz von mindestens 30% vorgeschrieben, jeweils errechnet aus dem Rohmaterialverbrauch und der Wirtschaftsleistung. Damit beabsichtigt man die Förderung und Steigerung der Produktivität der Ressourcen, mit Fokus auf Materialien, die ökonomisch und ökologisch die grössten Vorteile versprechen.

Eine Wirtschaft und Gesellschaft ohne Abfälle

Die Anhebung der Zielvorgaben für Abfälle bedeutet einen grundlegenden Umbau von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft. Wiederverwenden, Reparieren und Recyceln werden zum Normalfall – Abfall würde der Vergangenheit angehören. Natürlich verlangt dies Innovationen auf Märkten für recycelte Materialien, neue Geschäftsmodelle, Ökodesign und Industriesymbiose.

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik erklärte: „Wir leben mit Linearwirtschaftssystemen, die aus dem 19. Jahrhundert in das 21. Jahrhundert mit Schwellenländern, Millionen von neuen Verbrauchern aus der Mittelschicht und miteinander vernetzten Märkten überliefert wurden. Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir so viel wie möglich aus unseren Ressourcen herausholen; das heißt, wir müssen sie recyceln und wieder einer produktiven Verwendung zuführen."

Neue Wachstums- und Beschäftigungsmöglichkeiten

Die Vision der vorgeschlagenen Rahmenbedingungen, welche die Einführung der Kreislaufwirtschaft erleichtern sollen, umfasst besser miteinander verknüpfte Politikbereiche, intelligente Regulierung und die aktive Unterstützung durch Forschung und Innovation. Gemäss der EU Kommission würde dieses System Investitionen und Finanzmittel erschliessen. Gleichzeitig werde die wichtige Rolle der Wirtschaft und die Beteiligung der Verbraucher gestärkt. Ausserdem könnten 580'000 neue Arbeitsplätze geschaffen und die jährlichen Treibhausgasemissionen per 2030 um 62 Millionen Tonnen reduziert werden.


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Nächste Schritte

Die Legislativvorschläge gehen nun an den Rat und das Europäische Parlament.

Die Forschungs- und Innovationsanstrengungen auf dem Gebiet der Kreislaufwirtschaft werden verstärkt. Außerdem wird der politische Rahmen für die Förderung der Kreislaufwirtschaft in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.

Zusätzlich werden die Abfallvorschriften vereinfacht, und die Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten wird verstärkt. Es werden Mindestbetriebsbedingungen für Programme für die erweiterte Herstellerverantwortung festgelegt. Für bestimmte Abfallströme, wie Abfälle im Meer, Phosphor, Bau- und Abbruchabfälle, Lebensmittel, gefährliche Abfälle und Kunststoffabfälle wird es maßgeschneiderte Konzepte geben.

Es wird davon ausgegangen, dass die EU ihre Ressourceneffizienz im Zeitraum von 2014 bis 2030 im Rahmen eines Business-as-usual-Szenarios bereits um 15% steigern wird. Politische Strategien zur Förderung des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft könnten diese Quote verdoppeln und gleichzeitig die Schaffung von Arbeitsplätzen und ein stärkeres Wirtschaftswachstum unterstützen.

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